Es dürfte niemanden besonders überraschen, dass wir Ideen, Konzepte oder Texte in der Regel am Schreibtisch entwickeln. Wenn wir hin und wieder unser Büro verlassen und uns vor Ort von den Früchten unserer Arbeit überzeugen dürfen, hat das schon Seltenheitswert. Kimberly Wagner Juniorberaterin bei SCRIPT Consult, kam vor Kurzem in den Genuss eines Vorort–Termins: dem Presse-Event unseres Kunden Messe München. Dass dieses sie in die dunkle Welt eines Klärschlamm-Verbrennungsturms entführte, hat sie nicht abgeschreckt. Hier ist Kimberlys Bericht.
Ein Besuch in einem Klärwerk, inklusive Trompetenkonzert im Faulturm und Bier aus Münchner Abwasser: Wer kann behaupten, dass er das schon einmal erlebt hat? Ich habe damit einen Punkt auf meiner Bucketlist abgehakt, von dem ich gar nicht wusste, dass er überhaupt existierte.
Anlässlich der IFAT, einer der wichtigsten Messen zum Thema Umwelttechnologie für Wasser, Abwasser, Abfall und Recycling, hat die Messe München zusammen mit der Münchner Stadtentwässerung (MSE) die Presse ins Klärwerk Gut Großlappen eingeladen. Wir bei SCRIPT Consult haben die IFAT bei der PR-Arbeit begleitet, zum Beispiel Ideen für Presserundgänge entwickelt, Interviews vermittelt – und die Messe beim Einladungsmanagement bei eben diesem PR-Event unterstützt.
Am 28. April machte ich mich frühmorgens auf den Weg zum Klärwerk, um live und in Farbe zu erleben, worüber wir die letzten Wochen in Online-Calls, E-Mails und am Telefon gesprochen hatten.
Bernd Fuchs, der Leiter des Klärwerks, Stefan Rummel, Chef der Messe München und Baureferentin Dr.-Ing. Jeanne-Marie Ehbauer eröffneten den Termin vor den geladenen Pressevertretern mit ein paar Infos zum Klärwerk und der Bedeutung der IFAT für die Abwasserbranche.
Klärschlamm with a view
Bevor wir einen der vier Türme von innen besichtigen durften, ging es erst einmal mit dem Fahrstuhl hoch hinauf zur Spitze der Anlage, bestehend aus vier Verbrennungstürmen, die mittels Metallbrücken miteinander verbunden sind. Aus rund 30 Metern Höhe hatten wir dank Kaiserwetter nicht nur einen eindrucksvollen Blick auf die sich darunter ausbreitenden Kläranlagebecken, sondern auch auf München und seine Alpen.
Nach der obligatorischen Fotosession durften wir durch eine Luke noch einen Blick in einen der aktiven Faultürme werfen. Sagen wir mal so: Interessant – aber beim Anblick von schäumendem Klärschlamm geriet das romantische Panorama von gerade eben schnell in Vergessenheit.
Doch nun folgte der Höhepunkt der Besichtigung: Einer der vier Türme war extra für den Termin geleert und gereinigt worden. Und genau diesen sollten wir nun von innen in Augenschein nehmen. Dank der akribischen Säuberung wurden wir zum Glück nicht von der befürchteten Abwassernote begrüßt. Stattdessen gab es modernste Technik aus nächster Nähe zu bestaunen.
Durch eine kleine Luke und einen niedrigen Gang näherten wir uns einem Geräusch, dass so gar nicht zu einer Kläranlage passen sollte: Trompetenmusik. Anlässlich des Doppeljubiläums der MSE (100 Jahre) und der IFAT (60 Jahre) gaben zwei Trompeter ein Ständchen zum Besten – für das Besuchergrüppchen ein ganz besonderes akustisches Erlebnis und ein Augenblick, den so sicherlich noch niemand erleben durfte. Gänsehaut-Garantie – und auch die eine oder andere vor Rührung entstandene Träne wurde gesichtet.
Beim späteren Ausklang des Besuchs bei Brezn und frisch gezapftem Bier hab es für die Gäste noch eine weitere Überraschung: Der kredenzte Gerstensaft war aus gereinigtem Münchner Abwasser gebraut worden – eine absolute Weltneuheit.
Wenn Teams-Kacheln lebendig werden
Ich bin erst seit einigen Jahren in der PR-Branche unterwegs, genau genommen erst seit dem Ende der Corona-Pandemie. Seitdem finden fast alle Termine online statt, Homeoffice ist für die meisten eine Selbstverständlichkeit. Umso schöner fand ich es, ein Projekt vor Ort erleben zu können, an dem ich selbst viel mitgewirkt habe. Es ist schon ein großer Unterschied, Themen theoretisch zu bearbeiten oder die Umsetzung in der Praxis selbst zu sehen.
Gleichzeitig hat es mir mal wieder gezeigt, wie wichtig es ist, Kunden auch persönlich zu treffen, sich auszutauschen und Kontakte zu pflegen. Eine persönliche Begegnung kann ein Teams-Meeting nun mal nicht ersetzen. Und auch, wenn der Ausblick von unserem Büro aufs Münchner Isartor nicht zu verachten ist – mit dem bayerischen Alpenpanorama kann er dann doch nicht mithalten.



