Vor fünf Jahren haben wir gemeinsam mit Sabine Bankauf von der Diakonie München und Oberbayern die Kommunikation rund um das Freiwilligenprojekt „z’sam“ konzipiert und auf den Weg gebracht. Das kleine Jubiläum war eine gute Gelegenheit für ein Wiedersehen mit Sabine, die als Leiterin des Freiwilligenzentrums heute noch mit viel Herzblut dabei ist.
SCRIPT: Sabine, wie war es für dich, die Konzept-Theorie dann letztendlich in der Praxis zu erleben?
Sabine: Es ist so schön zu sehen, dass alles, was wir uns in der Theorie überlegt haben, funktioniert. Zu sehen, dass alles passt und unterschiedliche Menschen zu uns kommen – das bereichert mich. Vor allem in der heutigen Gesellschaft, wo leider das Miteinander oft fehlt, ist es wunderbar zu sehen, dass es diese Orte gibt, wo Gemeinschaft lebendig bleibt.
Musstet ihr einen Spagat zwischen Realität und Idee machen? Gab es Hürden?
Am meisten ausgebremst hat uns damals Corona. Wir sind ein Ort für Ehrenamt, Engagement und Miteinander, der von Begegnung und Präsenz lebt. Wenn so etwas durch Auflagen wegfällt, bremst es doch sehr aus. Für uns sollte das z’sam immer ein Ort sein, der leicht den Zugang zum Ehrenamt ermöglicht, zu dem Menschen kommen können und sich angesprochen fühlen. Es war an manchen Stellen doch sehr schwierig, unser Konzept richtig umsetzen. Deshalb kommt mir das Alter von z’sam auch sehr viel kürzer vor. Was ich außerdem gelernt habe: Manche Ideen muss man einfach ausprobieren. Da entsteht ein Experimentier-Raum, in dem man dann auch mal scheitert, Dinge anders angeht und sagt: „Okay, das hat jetzt mal nicht geklappt“.
Wie wurde der Name wahrgenommen? Ist er bei allen Interessierten angekommen?
Für den Namen haben wir tatsächlich sehr viele Komplimente erhalten. Was ich besonders witzig fand: Am Anfang kam öfter mal die Anmerkung „‘z’sam‘, das schreibt man aber doch anders?“. Aber im Bayerischen gibt’s keine Regel. Einer aus eurem Team hat damals gesagt, dass die Schreibweise wie ein Akronym funktioniert: Zentrum für Soziales und Außergewöhnliches Miteinander. Das hat mir so gut gefallen, dass ich es heute noch verwende.
Und die visuelle Entwicklung? Hat die auch in der Praxis gut funktioniert?
Was wir uns damals überlegt haben, hat wirklich gut funktioniert. Vor allem, dass wir von Anfang an eine englische Seite und eine Seite in leichter Sprache angeboten haben, war ein großer Gewinn. Das haben wir sehr deutlich an den Menschen gemerkt, die sich bei uns gemeldet haben – wir haben genau die Vielfalt erreicht, die wir uns gewünscht hatten. In den letzten fünf Jahre wurde konsequent euer Layout verwendet. Wir haben damals einer Innenarchitektin euer Design Manual gegeben, und sie hat daraus ein stimmiges Raumkonzept entwickelt. Wie ihr sicher gesehen habt, nutzen wir jetzt vor allem nur noch die Schrift und die Farben. Das hat einen einfachen Grund: Wir sind als Diakonie München und Oberbayern inzwischen mit all unseren Einrichtungen auf einer gemeinsamen Homepage vertreten. Diese Umstellung ist Teil eines größeren Prozesses der Organisationsentwicklung. Deshalb mussten wir einige Aspekte anpassen. Aber dass zumindest das Logo mit den Waben geblieben sind, freut mich sehr, weil sie für mich ganz wesentlich die Marke z’sam beschreiben.
Kann man sagen, dass SCRIPT damals ein Sprungbrett für das Projekt war?
Auf jeden Fall. Es war eine enorme Hilfe – für den gesamten Denkprozess. Man steckt ja selbst oft in der eigenen Perspektive fest und da sind andere Sichtweisen total wertvoll. Ich fand es super, wie einfach am Ende alles lief und Hand in Hand funktioniert hat.
Was sind eure nächsten Ziele? Was möchtet ihr in den nächsten Jahren erreichen?
Ein ganz wichtiger Punkt für uns ist, immer auf das zu reagieren, was gerade kommt. Deshalb kann ich eigentlich gar nicht genau sagen, was unsere Ziele für die nächsten Jahre sind. Wir schauen auf die Gesellschaft und passen unsere Projekte daran an. So ist zum Beispiel im Moment das Thema Einsamkeit etwas, das uns sehr beschäftigt. Natürlich möchten wir wachsen – aber im Mittelpunkt steht für uns, zu sehen, was die Menschen brauchen, und ihnen genau das zu geben, so gut es geht.



