Tintenfass und Schrift

Womit hat alles angefangen?

„Geschrieben steht: „Im Anfang war das Wort!“ (…)
Bedenke wohl die erste Zeile, daß deine Feder sich nicht übereile!
Ist es der Sinn, der alles wirkt und schafft?
Es sollte stehn: Im Anfang war die Kraft!
Doch, auch indem ich dieses niederschreibe,
Schon warnt mich was, daß ich dabei nicht bleibe.
Mir hilft der Geist!
Auf einmal seh ich Rat und schreibe getrost:
Im Anfang war die Tat!“
Diese Szene aus Goethes „Faust“ lässt mich fragen, was „Anfang“ wirklich ist. Kann man den Anfang als solchen überhaupt definieren? Beginnt etwas erst mit der Tat oder schon mit dem Gedanken daran oder vielleicht mit dem Mut, es nun wirklich zu tun? Ich finde ein Anfang ergibt sich erst durch das Zusammenspiel dieser verschiedenen Faktoren. Jeder Anfang ist ein Prozess. Durch Ereignisse oder Worte entwickeln wir Ideen, die wir dann mit Mut oder Willenskraft in Taten umsetzen. Ein Beispiel: Ein Gedanke reicht nicht, um ein Buch zu lesen, aber ich würde es auch nicht lesen, wenn ich den Gedanken nicht gehabt hätte.

Text von Carla Freber

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