Buch-Anfang

„Nicht was wir gelebt haben, ist das Leben, sondern das, was wir erinnern und wie wir es erinnern, um davon zu erzählen.“

So mächtig beginnt der Roman „Leben, um davon zu erzählen“ von Gabriel Garcia Márquez. Er fasst in 22 Worte, was ein ganzes Leben ausmacht. Was weiß ich schon von meinen mehr als 17.000 Tagen Leben? Kann ich jeden einzelnen Tag erinnern oder auch nur jeden zehnten? Kann ich nicht. Aber ich sehe Omi das Heu rechen oder höre sie mit uns beten: „Müde bin ich, geh’ zur Ruh’ …“ Ich beobachte wie Vater das Lenkrad mit den Knien steuert. Und Mutters „Mäuschen“ klingt noch nach. Was wir erinnern ist das Leben. 93 Buchstaben.

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