Blog-Beitrag

Eine Hand kreuzt einen Fragebogen an. Der Artikel beschreibt wie Befragungen in der Kommunikationsarbeit genutzt werden können.

Befragungen – Analyseinstrument und Anlass für Berichterstattung

Wie tickt eigentlich unsere Zielgruppe? Welche Themen sind unseren Kunden wichtig? – Diese Fragen stellen sich Unternehmen und Organisationen nicht nur in der Kommunikationsarbeit. Und doch sind es zentrale Fragen, die wir als Agentur regelmäßig für unsere Kunden beantworten. Denn jedes Unternehmen sollte mit den eigenen Themen genau diejenigen erreichen, die sich für ihre Inhalte interessieren oder denen das Thema einen Mehrwert gibt. Ein hilfreiches Tool dafür sind Befragungen.

Von vielen unterschätzt, können Befragungen in der Unternehmenskommunikation verschiedene Funktionen abdecken. Sie ist Analyseinstrument, thematischer Anlass für die Medienarbeit und eine Möglichkeit, die eigene Kommunikation zu evaluieren.

Wer ist unsere Zielgruppe? und was denkt sie?

Häufig beauftragen uns Kunden damit, eine Kommunikationsstrategie für ein Thema oder ein Produkt zu entwickeln. Die grundlegende Frage ist dabei häufig: Wer ist unsere Zielgruppe und wie erreichen wir sie? Entwickeln wir eine Kommunikationsstrategie, untersuchen wir klassischerweise die unternehmenseigenen Kanäle, die Berichterstattung der Medien und die Resonanz auf Social Media. Ziel ist es, herauszufinden, wer in welchem Zusammenhang über das betreffende Thema oder Unternehmen spricht. Aus dieser Analyse lassen sich erste Ideen ableiten, welche Personen erreicht werden.

Über einen ersten Eindruck hinaus können wir uns den Zielgruppen am Schreibtisch so nur indirekt nähern. Mit einer Befragung schärfen wir dieses Bild. Über repräsentative Panels kann zum Beispiel die gesamte Bevölkerung nach der Bekanntheit einer Marke bzw. eines Produktes oder dem Wissen zu einem Thema sowie ihrer Meinung dazu befragt werden.

Aus den soziodemographischen Merkmalen der Befragten wie Alter, Geschlecht, Wohnort, Berufstätigkeit oder Bildungsabschluss lassen sich in Kombination mit den inhaltlichen Antworten erste Gruppen bilden, bei denen das Thema bereits bekannt ist oder die dem Unternehmen besonders positiv gegenüberstehen. In Kombination mit den Ergebnissen aus der Desk-Recherche ergibt sich so ein differenziertes Bild der Zielgruppen.

In einem weiteren Schritt können auf dieser Basis differenzierte und belastbare Personas entwickelt werden. Eine Befragung ist damit ein wertvoller Beitrag im Analyseprozess eines Kommunikationskonzeptes.

Umfrageergebnisse als Anlass für Pressearbeit

Je nachdem, wie wir die Befragung ausgestalten, können wir die Ergebnisse nicht nur beim Erstellen einer Kommunikationsstrategie verwenden. Geht es um ein Thema von allgemeinem Interesse oder eine gesellschaftliche Kontroverse, kann das Unternehmen oder die Organisation die Ergebnisse auch für die Pressearbeit verwenden. Denn Zahlen, Daten und Fakten sind bei Journalisten wichtige Nachrichtenwerte und erhöhen die Wahrscheinlichkeit einer Veröffentlichung.

Ein Beispiel: Die R+V Versicherung erhebt seit 1992 jährlich die aktuellen Ängste der deutschen Bevölkerung. Ein wichtiger Einblick für das Versicherungsunternehmen, aber auch jedes Jahr Anlass, den Medien spannende und aktuelle Zahlen zur Verfügung zu stellen. Wird die Studie, wie bei der R+V, jährlich durchgeführt, können auch Veränderungen und Trends beobachtet werden. Im Idealfall etabliert sich das Thema als gesetzt.

War unsere Kommunikation erfolgreich?

Zu guter Letzt können die Ergebnisse von Befragungen helfen, den Erfolg der Unternehmenskommunikation zu bestimmen. Dreht sich die Umfrage beispielsweise um den Wissenstand oder die Meinung zu einem Thema, können mit einer zweiten Umfrage zu einem späteren Zeitpunkt Veränderungen identifiziert werden.

Um zu prüfen, ob die Ergebnisse und Veränderungen auch tatsächlich auf die eigenen Kommunikationsaktivitäten zurückgehen, fragen wir zusätzlich, ob die Befragten sich an die Maßnahmen erinnern können. Erst der Vergleich mit Befragten, die die Kommunikation nicht wahrgenommen haben, erlaubt Rückschlüsse auf den Erfolg der Kommunikationsmaßnahmen.

Mit einer Befragung lassen sich damit gleich drei wichtige Aufgaben im Kommunikationsmanagement abdecken. Am Ende erübrigt sich dann auch die Frage nach den Zielgruppen. Denn die kennen unsere Kunden nach einer erfolgreich durchgeführten Befragung ganz genau.

Künstliche Intelligenz macht PR überflüssig? Im Gegenteil! Gute Inhalte und ihre Platzierung in den richtigen Kanälen sind gerade im KI-Zeitalter wichtiger denn je.

Die rasante Verbreitung von Künstlicher Intelligenz auf Basis von Large Language Models hat die Art, wie wir Informationen suchen, massiv verändert. Wer wollte das bestreiten?

Doch spätestens, wenn es um die Frage geht, was das für die Unternehmens-Kommunikation bedeutet, gehen die Meinungen auseinander. Dass die KI nicht alles weiß, dass sie fehleranfällig ist und oft nur Standardantworten liefert, wo doch Spezialwissen und Kreativität gefragt wären, dürfte sich mittlerweile herumgesprochen haben. Als erste Anlaufstelle für die Informationsbeschaffung ist sie dennoch nicht mehr wegzudenken. Darauf müssen sich Unternehmen und Organisation einstellen.

Die KI ist ein eifriger Zeitungsleser

Ein weit verbreiteter Irrtum in diesem Zusammenhang ist die Mär von der sinkenden Bedeutung klassischer Medien und damit auch von klassischer PR und Unternehmenskommunikation. „Wer bitte liest denn in Zeiten von KI noch die Zeitung?“ ist ein gern geäußerter Satz. Unsere Antwort darauf lautet stets: „Die KI tut es!“

Eine aktuelle Studie vom Dezember 2025 belegt den Zusammenhang mit Zahlen: Analysiert wurden über eine Million Links aus den Antworten von generativen KI-Systemen (u. a. Gemini, ChatGPT, Claude), um herauszufinden, welche Quellen sie zitieren und wie sich dies auf die öffentliche Wahrnehmung von Marken auswirkt. (“What is AI reading”, https://generativepulse.ai/report/).

Drei Treiber der Sichtbarkeit: Qualität, Aktualität, Autorität

Das Ergebnis: Qualitäts-Journalismus und unbezahlte Medien („Earned Media“) dominieren. Etwa 94 Prozent der von KI zitierten Links sind unbezahlt. Und ungefähr ein Viertel aller Zitate stammt direkt aus journalistischen Quellen.

Auch die Aktualität der Informationen ist enorm wichtig. KI-Modelle bevorzugen neue Quellen. Mehr als die Hälfte aller Zitate stammt aus den letzten zwölf Monaten. Die höchste Zitationsrate erzielen Inhalte innerhalb der ersten sieben Tage nach ihrer Veröffentlichung.

KI-Systeme berücksichtigen die Autorität einer Domain. Das können große, bekannte Seiten sein, aber auch branchenspezifische Nischen-Websites, die bei Fachthemen als maßgeblich gelten.

Sogar die oft totgesagte Pressemitteilung erlebt ein Revival: Die direkte Zitierung von Pressemitteilungen hat sich seit Juli 2025 verfünffacht.

Eigene Kanäle wie die Unternehmens-Website werden von der KI vor allem für spezifische, faktenbasierte Fragen herangezogen. Bei allgemeinen Entdeckungs- und Empfehlungsfragen dominieren jedoch die „Earned Media“.

Was bedeutet das nun für die Unternehmenskommunikation?

Erstens und ganz entscheidend: PR verliert durch KI nicht etwa an Bedeutung, ganz im Gegenteil: Sie wird wichtiger denn je. Relevante Informationen müssen von der KI gefunden und hoch gewichtet werden. Oder anders ausgedrückt: Wenn die KI nichts findet, spuckt sie auch nichts (Passendes oder Relevantes) aus.

Die Kommunikationsstrategie muss das berücksichtigen. Andernfalls riskiert sie, dass ihre Inhalte im schwarzen Loch der Informationsüberflutung untergehen. Wer also Kommunikation und PR vernachlässigt, findet in KI nicht statt und wird damit unsichtbar.

Sie möchten mehr erfahren? Rufen Sie an.

Nach oben scrollen