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Interviews richtig führen und redigieren

Im angelsächsischen Raum gilt die Regel: Gesagt ist gesagt. In Deutschland ist es dagegen üblich, Wortlautinterviews und wörtliche Zitate vor der Veröffentlichung durch die Interviewten autorisieren zu lassen. Hier sind 5 Tipps, wie Sie bei der Freigabe von Interviews Fehler vermeiden und bessere Ergebnisse erzielen.

Tipp 1: Ein Interview will gut vorbereitet sein. 

Was gut gesagt ist, muss hinterher nicht korrigiert werden. Überlegen Sie sich deshalb bereits im Vorfeld genau, was Sie mit dem Interview erreichen möchten. Eine solche Chance, zu einem breiten Publikum zu sprechen, bietet sich Ihnen schließlich nicht jeden Tag. Welche Botschaften möchten Sie senden und was sollen die Leser, Hörer oder Zuschauer auf jeden Fall als Erkenntnis mitnehmen? Überlegen Sie sich knackige Formulierungen, die diese Botschaften prägnant auf den Punkt bringen. Echte Könner streuen während des Gesprächs eine oder zwei besonders griffige Formulierungen ein, die sie gerne als Headline über dem Artikel lesen möchten.

Identifizieren Sie mögliche Minenfelder und legen Sie sich Antworten auf kritische Fragen zurecht. Üben Sie, damit Sie auch unter Stress richtig reagieren können. Ein Interviewtraining ist gut investierte Zeit.

Tipp 2: Konzentrieren Sie sich auf die Fakten 

Bei der Autorisierung von Interviews gibt es klare Regeln. Dabei räumen die der Journalist:innen ihren Interviewpartner:innen das Recht ein, wörtliche Zitate zu überprüfen und Änderungswünsche anzubringen. Unser Rat: Checken Sie zunächst alle Fakten. Stellen Sie sodann sicher, dass die Zitate inhaltlich korrekt wiedergegeben werden und dass sie keine missverständlichen oder falschen Informationen enthalten. Erlaubt ist es, Formulierungen zu glätten und in eine gut lesbare Form zu bringen. Widerstehen Sie jedoch der Versuchung, das Interview inhaltlich stark zu verändern oder gar komplett neu zu schreiben. Vermeiden Sie es auch, nachträglich Marketing-Floskeln einzufügen. Ein Interview ist ein Gespräch auf Augenhöhe und keine bezahlte Anzeige.

Tipp 3: Machen Sie Ihre Korrekturen klar und transparent  

Wichtige Änderungen können Sie direkt im Text ausbessern. Nutzen Sie dafür jedoch stets den Änderungsmodus. Stilistische Verbesserungsvorschläge können Sie auch in einem Kommentar hinterlegen. Nutzen Sie die Kommentarfunktion auch, um Änderungswünsche zu erläutern, sodass sie der Journalist nachvollziehen kann (vgl. Tipp 5).

Tipp 4: Greifen Sie nicht in die redaktionelle Gestaltung ein 

Die Fragen und die redaktionelle Ausgestaltung des Textes bleiben in der Hoheit des Mediums. Eingriffe etwa in die Überschrift, die Auswahl von Bildern und den redaktionellen Begleittext sind in der Regel nicht erwünscht. Die Redaktion ist auch nicht verpflichtet, Ihnen den ganzen Artikel vorzulegen. Wenn sie es dennoch tut, gehen Sie behutsam vor und respektieren Sie die redaktionelle Hoheit Ihres Gegenübers.

Tipp 5: Geben Sie eine konsolidierte Version des Interviews ab  

Wenn mehrere Personen an der Autorisierung mitwirken, sorgen Sie dafür, dass sich die jeweiligen Wünsche nicht widersprechen. Als Kommunikationsprofi sind Sie dafür verantwortlich, den Prozess zu koordinieren. Vor der Rückgabe an die Redaktion sollten Sie alle Anmerkungen und Korrekturen konsolidiert umsetzen. Erstellen Sie für den Versand eine finale Version “aus einer Feder“ – ohne interne Abstimmungshistorie. So ist Ihr Feedback klar und professionell.

Call to Action

Im Interview können Sie Ihre Kernbotschaften glaubwürdig und wirkungsvoll an die Öffentlichkeit vermitteln. Zudem haben Sie die Chance, eine wertvolle Beziehung zum Journalisten aufzubauen. Wir unterstützen Sie im gesamten Prozess: von der Vorbereitung über die Begleitung des Interviews bis hin zur Prüfung und Freigabe.

Künstliche Intelligenz macht PR überflüssig? Im Gegenteil! Gute Inhalte und ihre Platzierung in den richtigen Kanälen sind gerade im KI-Zeitalter wichtiger denn je.

Die rasante Verbreitung von Künstlicher Intelligenz auf Basis von Large Language Models hat die Art, wie wir Informationen suchen, massiv verändert. Wer wollte das bestreiten?

Doch spätestens, wenn es um die Frage geht, was das für die Unternehmens-Kommunikation bedeutet, gehen die Meinungen auseinander. Dass die KI nicht alles weiß, dass sie fehleranfällig ist und oft nur Standardantworten liefert, wo doch Spezialwissen und Kreativität gefragt wären, dürfte sich mittlerweile herumgesprochen haben. Als erste Anlaufstelle für die Informationsbeschaffung ist sie dennoch nicht mehr wegzudenken. Darauf müssen sich Unternehmen und Organisation einstellen.

Die KI ist ein eifriger Zeitungsleser

Ein weit verbreiteter Irrtum in diesem Zusammenhang ist die Mär von der sinkenden Bedeutung klassischer Medien und damit auch von klassischer PR und Unternehmenskommunikation. „Wer bitte liest denn in Zeiten von KI noch die Zeitung?“ ist ein gern geäußerter Satz. Unsere Antwort darauf lautet stets: „Die KI tut es!“

Eine aktuelle Studie vom Dezember 2025 belegt den Zusammenhang mit Zahlen: Analysiert wurden über eine Million Links aus den Antworten von generativen KI-Systemen (u. a. Gemini, ChatGPT, Claude), um herauszufinden, welche Quellen sie zitieren und wie sich dies auf die öffentliche Wahrnehmung von Marken auswirkt. (“What is AI reading”, https://generativepulse.ai/report/).

Drei Treiber der Sichtbarkeit: Qualität, Aktualität, Autorität

Das Ergebnis: Qualitäts-Journalismus und unbezahlte Medien („Earned Media“) dominieren. Etwa 94 Prozent der von KI zitierten Links sind unbezahlt. Und ungefähr ein Viertel aller Zitate stammt direkt aus journalistischen Quellen.

Auch die Aktualität der Informationen ist enorm wichtig. KI-Modelle bevorzugen neue Quellen. Mehr als die Hälfte aller Zitate stammt aus den letzten zwölf Monaten. Die höchste Zitationsrate erzielen Inhalte innerhalb der ersten sieben Tage nach ihrer Veröffentlichung.

KI-Systeme berücksichtigen die Autorität einer Domain. Das können große, bekannte Seiten sein, aber auch branchenspezifische Nischen-Websites, die bei Fachthemen als maßgeblich gelten.

Sogar die oft totgesagte Pressemitteilung erlebt ein Revival: Die direkte Zitierung von Pressemitteilungen hat sich seit Juli 2025 verfünffacht.

Eigene Kanäle wie die Unternehmens-Website werden von der KI vor allem für spezifische, faktenbasierte Fragen herangezogen. Bei allgemeinen Entdeckungs- und Empfehlungsfragen dominieren jedoch die „Earned Media“.

Was bedeutet das nun für die Unternehmenskommunikation?

Erstens und ganz entscheidend: PR verliert durch KI nicht etwa an Bedeutung, ganz im Gegenteil: Sie wird wichtiger denn je. Relevante Informationen müssen von der KI gefunden und hoch gewichtet werden. Oder anders ausgedrückt: Wenn die KI nichts findet, spuckt sie auch nichts (Passendes oder Relevantes) aus.

Die Kommunikationsstrategie muss das berücksichtigen. Andernfalls riskiert sie, dass ihre Inhalte im schwarzen Loch der Informationsüberflutung untergehen. Wer also Kommunikation und PR vernachlässigt, findet in KI nicht statt und wird damit unsichtbar.

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