Blog-Beitrag

Mehr Wähler an die Urnen – Kampagne zur IHK-Wahl 2021

2021 haben die 400.000 Mitgliedsunternehmen der IHK für München und Oberbayern gewählt. Sie für die Wahl zur ihrer Vollversammlung sowie der Vertreter für die Regionalausschüsse zu gewinnen, war Aufgabe der Kampagne, die wir gemeinsam mit unserer Berliner Partneragentur Best Friend entwickelt und umgesetzt haben. Über seine Erfahrungen haben wir uns mit Michael Bauer unterhalten. Er ist verantwortlich für die Online-Kommunikation der IHK für München und Oberbayern.

SCRIPT: Bei der IHK-Wahl 2021 für München und Oberbayern ist die Zahl der abgegebenen Stimmzettel um sage und schreibe 43 Prozent gestiegen. Was war Ihrer Meinung nach ausschlaggebend?

Bauer: Da haben verschiedene Gründe eine Rolle gespielt. Unter anderem die erstmalig angebotene Möglichkeit auch online abzustimmen. Das haben die Wahlberechtigten hervorragend angenommen. Außerdem wurden die Kandidaten konsequent in den Mittelpunkt der Kampagne gestellt. Mit einem „Werbemittelmanager“ haben wir ihnen zum Beispiel ein umfangreiches Set an Offline- und Online-Vorlagen geboten, um niederschwellig eigenständigen Wahlkampf zu betreiben.

Ein weiterer Pluspunkt war die Wahlwebseite www.ihkwahl2021.de. Sie war bereits vor dem eigentlichen Wahlzeitraum das „Herzstück“ der Kampagne. Zunächst als Info-Hub, dann als Präsentationsmedium für die Kandidaten. Jeder Kandidat, jede Kandidatin, hatte hier eine eigene Profil-Seite und konnte sich mit Mission Statement, Social Links usw. präsentieren. Und schließlich unsere Wähler-Aktivierungskampagne #chefsache. Hier wurden Wählerinnen und Wähler direkt digital angesprochen. Sie hat während des Wahlzeitraums viele Wahlberechtigte zu Wählern gemacht.

SCRIPT: Können Sie die Zusammenarbeit mit Script Consult beschreiben? Wie hat das Zusammenspiel mit der Agentur aus Ihrer Sicht funktioniert?

Bauer: Die Zusammenarbeit verlief aus unserer Sicht äußert angenehm und professionell. Das gesamte Projekt lief ca. 1,5 Jahre und hatte durchaus seine Komplexitäten. Aber wir haben an jedem Meilenstein hervorragende Teil-Ergebnisse gesehen. Auch in den intensiven Peak-Phasen war die Stimmung unaufgeregt und lösungsorientiert.

SCRIPT: Warum ist die Auswahl zu Beginn des Projekts auf Script Consult und Best Friend als Agenturpartner gefallen, um die Wahl zu begleiten?

Bauer: Der Auftrag wurde öffentlich ausgeschrieben. Die Bietergemeinschaft Script Consult / Best Friend hat sich am Ende des mehrstufigen Verfahrens inkl. Pitch unter mehreren Bewerbern durchgesetzt. Uns hat dabei vor allem <<die Stimmigkeit der aufmerksamkeitsstarken sowie aktivierenden Ansätze>> überzeugt.

SCRIPT: Wie lange haben Sie die vergangene Wahl vorbereitet? Mit welchen Maßnahmen bzw. auf welchen Kanälen haben Sie die IHK-Mitglieder zum Wählen animiert?

Bauer: Mit den ersten Planungen haben wir im Herbst 2019 begonnen, also gut 1,5 Jahre vor der eigentlichen Wahl. In der Wahlphase hat die Kampagne die potenziellen Wähler vor allem digital bzw. direkt angesprochen. Dabei haben wir auf eine stark ausdifferenzierte Social Media Kampagne mit einfachen Microbotschaften für verschiedene Zielgruppen gesetzt. Mit gezieltem E-Mail-Marketing haben wir dazu aufgerufen, sich an der Wahl zu beteiligen. Unsere eigenen IHK-Mitarbeiter haben wir mit einer internen Kampagne zu „Wahlbotschaftern“ gemacht. Schließlich haben wir regelmäßig Wahlhinweise in alle Corporate Medien wie Webseite, Magazin usw. integriert.

SCRIPT: Als Schluss eine Frage zum Slogan der IHK-Wahl: Warum haben Sie die Wahl zur #chefsache gemacht?

Bauer: Uns war wichtig, die Bedeutung und Relevanz der IHK-Wahl für Unternehmen in Oberbayern zu betonen. Außerdem beantwortet der Slogan die Frage: Wer darf eigentlich wählen?

Künstliche Intelligenz macht PR überflüssig? Im Gegenteil! Gute Inhalte und ihre Platzierung in den richtigen Kanälen sind gerade im KI-Zeitalter wichtiger denn je.

Die rasante Verbreitung von Künstlicher Intelligenz auf Basis von Large Language Models hat die Art, wie wir Informationen suchen, massiv verändert. Wer wollte das bestreiten?

Doch spätestens, wenn es um die Frage geht, was das für die Unternehmens-Kommunikation bedeutet, gehen die Meinungen auseinander. Dass die KI nicht alles weiß, dass sie fehleranfällig ist und oft nur Standardantworten liefert, wo doch Spezialwissen und Kreativität gefragt wären, dürfte sich mittlerweile herumgesprochen haben. Als erste Anlaufstelle für die Informationsbeschaffung ist sie dennoch nicht mehr wegzudenken. Darauf müssen sich Unternehmen und Organisation einstellen.

Die KI ist ein eifriger Zeitungsleser

Ein weit verbreiteter Irrtum in diesem Zusammenhang ist die Mär von der sinkenden Bedeutung klassischer Medien und damit auch von klassischer PR und Unternehmenskommunikation. „Wer bitte liest denn in Zeiten von KI noch die Zeitung?“ ist ein gern geäußerter Satz. Unsere Antwort darauf lautet stets: „Die KI tut es!“

Eine aktuelle Studie vom Dezember 2025 belegt den Zusammenhang mit Zahlen: Analysiert wurden über eine Million Links aus den Antworten von generativen KI-Systemen (u. a. Gemini, ChatGPT, Claude), um herauszufinden, welche Quellen sie zitieren und wie sich dies auf die öffentliche Wahrnehmung von Marken auswirkt. (“What is AI reading”, https://generativepulse.ai/report/).

Drei Treiber der Sichtbarkeit: Qualität, Aktualität, Autorität

Das Ergebnis: Qualitäts-Journalismus und unbezahlte Medien („Earned Media“) dominieren. Etwa 94 Prozent der von KI zitierten Links sind unbezahlt. Und ungefähr ein Viertel aller Zitate stammt direkt aus journalistischen Quellen.

Auch die Aktualität der Informationen ist enorm wichtig. KI-Modelle bevorzugen neue Quellen. Mehr als die Hälfte aller Zitate stammt aus den letzten zwölf Monaten. Die höchste Zitationsrate erzielen Inhalte innerhalb der ersten sieben Tage nach ihrer Veröffentlichung.

KI-Systeme berücksichtigen die Autorität einer Domain. Das können große, bekannte Seiten sein, aber auch branchenspezifische Nischen-Websites, die bei Fachthemen als maßgeblich gelten.

Sogar die oft totgesagte Pressemitteilung erlebt ein Revival: Die direkte Zitierung von Pressemitteilungen hat sich seit Juli 2025 verfünffacht.

Eigene Kanäle wie die Unternehmens-Website werden von der KI vor allem für spezifische, faktenbasierte Fragen herangezogen. Bei allgemeinen Entdeckungs- und Empfehlungsfragen dominieren jedoch die „Earned Media“.

Was bedeutet das nun für die Unternehmenskommunikation?

Erstens und ganz entscheidend: PR verliert durch KI nicht etwa an Bedeutung, ganz im Gegenteil: Sie wird wichtiger denn je. Relevante Informationen müssen von der KI gefunden und hoch gewichtet werden. Oder anders ausgedrückt: Wenn die KI nichts findet, spuckt sie auch nichts (Passendes oder Relevantes) aus.

Die Kommunikationsstrategie muss das berücksichtigen. Andernfalls riskiert sie, dass ihre Inhalte im schwarzen Loch der Informationsüberflutung untergehen. Wer also Kommunikation und PR vernachlässigt, findet in KI nicht statt und wird damit unsichtbar.

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